1. Wienhausen wurde während Deiner Amtszeit als nachhaltige Kommune ausgezeichnet. Was bedeutet Dir diese Auszeichnung und welche Impulse möchtest Du für das Thema Nachhaltigkeit in der Samtgemeinde Flotwedel setzen?
Ich habe mich sehr darüber gefreut – zusammen mit allen, die daran mitgearbeitet haben.
Ich freue mich über die tolle Teamleistung von Nachhaltigkeitsgruppe, Gemeinderat, Dorfgemeinschaft, Gemeindeverwaltung, Bauhof. . .
Zum Beispiel im Bereich Mobilität haben wir aber noch einiges zu tun. Von unserem Radwegekonzept konnten wir bisher leider nur wenig umsetzen. Hier soll die Aufbringung von Piktogrammen in der Ortsdurchfahrt Wienhausens endlich erfolgen und das Radwegenetz soll sicherer und verbessert werden. Der öffentliche Nahverkehr muss unbedingt weiter ausgebaut werden.

2. Lebensqualität beginnt vor der eigenen Haustür. Was sind aus Deiner Sicht die wichtigsten Projekte, um Nahversorgung, ärztliche Versorgung und einen bürgernahen Service im Flotwedel langfristig zu sichern?
Um unsere Versorgung vor Ort zu sichern, müssen wir sie nutzen. Wir müssen (in der Samtgemeinde) darauf dringen, dass, so weit wie rechtlich und sachlich möglich, Aufträge an ortsansässige Firmen vergeben werden.
Durch den Ankauf der alten Volksbank und des Raiffeisengeländes können wir Flächen zur Verfügung stellen, um wichtige Versorgungseinrichtungen auch langfristig am Ort zu halten.
Nur durch den Ankauf der alten Volksbank war es möglich, dort die dringend gebrauchte Krippe einzurichten. Die alte Volksbank wäre auch ein guter Standort für das Familienzentrum KESS.

3. Hochwasser, Starkregen und der Schutz der Bevölkerung beschäftigen viele Menschen. Wo siehst Du den größten Handlungsbedarf, damit das Flotwedel auch künftig gut vorbereitet ist?
Alle Einrichtungen (Gräben, Verwallungen, Klappen usw.) müssen kontinuierlich kontrolliert und in gutem Zustand gehalten werden. Dies soll nach einem festgelegten Plan erfolgen, damit nichts vergessen wird. Wir müssen dafür sorgen, dass das Wasser bei Starkregen gut versickern kann. Dazu können alle Hausbesitzenden auf ihren Grundstücken beitragen und auch die Klostergemeinde muss neue Versiegelungen möglichst vermeiden und versuchen auf Flächen zu entsiegeln. Über weitere Schutzmaßnahmen diskutieren wir mit Fachverwaltung, Feuerwehr, fachkundigen Bürgerinnen und Bürgern und dem Landkreis.

4. Das Ehrenamt trägt das gesellschaftliche Leben im Flotwedel. Wie möchtest Du Vereine, Feuerwehren und die Jugendarbeit künftig stärken?
In den Ortsteilen müssen die Vereins- und Dorfgemeinschaftshäuser erhalten werden. Ehrenamtlich Tätige müssen bei Projekten, Aktionen und der Antragstellung für Zuschüsse unterstützt werden. Die zweite Stelle in der Jugendpflege muss zeitnah ausgeschrieben werden. Gute Kinder- und Jugendarbeit ist eine Investition in die Zukunft und knappe Finanzmittel dürfen hier kein Argument für Einschnitte sein.

5. Es ist davon auszugehen, dass auch die AFD im Samtgemeinderat vertreten sein wird. Wie verhältst Du Dich, wenn die AFD einen sachlich vernünftigen Antrag einbringt?
Bei Anträgen der AFD, auch wenn sie in der Sache sinnvoll sind, werde ich dagegen stimmen, weil ich zeigen will, dass dies keine „normale“ Partei ist. Jeder Anschein, dass die AFD gar nicht so schlimm ist, muss vermieden werden. Auch die Beschaffung einer Mehrheit, mit Hilfe der AFD lehne ich ab. Denn: Für die AFD sind nicht alle Menschen gleich – mit so einer Partei kann ich keine gemeinsame Politik machen. Sehen wir uns das Programm der AFD für das Sachsen-Anhalt an – dann sehen wir klar, wohin die Reise gehen soll. Mit einer guten Zusammenarbeit der demokratischen Kräfte untereinander, sollten wir gute Arbeit hinbekommen, ohne die AFD zu unterstützen.